Ende 2025 hat mich eine Leserin zum Thema Onlinemedien befragt. Es hat mich sehr gefreut, dass ich dazu bereits insofern Aufmerksamkeit erreicht habe, dass ich helfen kann. Die liebe Emely hat mir erlaubt, die Fragen hier zu teilen. Vielen Dank!
Der Beitrag, durch welchen sie auf mich aufmerksam wurde ist hier Fragen und Antworten zum Studiengang Onlinemedien
Erste Nachricht inklusive der Antworten
Hallo Julian,
Da ich vor habe eventuell 2027 das Duale Studium Onlinemedien in Mosbach an der DHBW anzufangen und bisschen recherschiert habe, bin ich auf deinen Blog gestoßen, daher wollte ich dich nach deinen Erfahrungen fragen, vor allem wie du die Situation mit KI einschätzt.
Wo gab es Herausforderungen. Und was ist sehr wichtig zu beachten? Hast du dich dann noch spezialisiert? Und wurdest du von deinem Praxispartner übernommen, wenn ja in welchem Bereich arbeitest du?
Hast du generell Tipps? Wenn man ja irgendwas mit Medien macht, wird das ja meistens bisschen belächelt, was waren da deine Erfahrungen und welche Meinung hast du dazu, würdest du sagen man soll darauf nicht hören, wenn es einem Spaß macht und man gut drinnen ist?
So das waren sehr viele Fragen xD.
Zu meinem Hintergrund noch – habe letztes Jahr Abi gemacht und bin gerade im 2.Jahr einer schulischen Ausbildung für Grafikdesign. Hab also schon paar Berührungspunkte mit paar Inhalten aus dem Studiengang.
Danke im Voraus für die Antworten.
Hallo Emely,
Es freut mich, von Dir zu lesen und Dir bei der Wahl des Studiums ggf. helfen zu können.
Ich versuche mal die Fragen direkt zu beantworten. Dabei bekommst Du in erster Linie meine persönliche Sichtweise. Da ich zu mir auf meiner Website noch nicht so viel geschrieben habe, vielleicht noch ein bisschen Info dazu. Das hilft ggf. bei der Einschätzung meiner Vorerfahrung.
[…]
Fragen und Antworten (1)
„E“: Frage von Emely.
Freut mich, dass das klappt. „Inbound-Marketing“ quasi 😉
KI findet im Studiengang kein eigenes Modul. Was auch keinen Sinn machen würde, da das viel zu starr wäre. Meines Wissens steht es auch nicht im Curriculum. Und das ist gut so, denn … eigentlich arbeiten wir hier mit Daten, Crawlern und Menschen, die das benutzen. Also alles, was wir schon aus der bisherigen Web-Welt kennen. Onlinemedien ist nicht der Studiengang, der die KI selbst entwickelt. Vielmehr sind die Technologien Werkzeuge, die genutzt werden, um etwas damit umzusetzen. Und das funktioniert wunderbar. In den Modulen wird KI immer Platz haben und es wird auch aktiv eingefordert KI/LLMs und co. zu nutzen. Wäre ja auch Quatsch, wenn nicht. Damit verfolgt der Studiengang einen integrierten Ansatz. Bestehende Aufgaben mit neuen Werkzeugen. Vor 5 Jahren hat man es halt noch per Google und einem Forum gelöst, heute ist es ChatGPT und Gemini. Die Projekte werden dadurch auch angepasst an die neue Welt. Hast Du in 2027 also den Kurs „Projektmanagement“ oder „Digitale Produktentwicklung“, dann wird darin Platz sein für das, was in zwei Jahren eben damit möglich ist 🙂
Herausfordernd war für mich der Umgang mit den Teams im Studium. Während der ganzen drei Jahre hast Du sehr viele Gruppenarbeiten. Ja fast alles findet in Gruppen statt und wird in Gruppen bearbeitet oder geprüft. Je nachdem welche Gruppe Du erwischt, kann das natürlich auch mal etwas herausfordernd sein. Du wirst zähe, aber auch wundervolle Momente in einem solchen Team sehen. Wenn Du erst mal „Deine“ Gruppe gefunden hast, dann wirst Du immer wieder mit diesen zusammenarbeiten. Das klappt allerdings nicht immer. Das ist aber wie im „echten Leben“ später, da im Beruf natürlich auch nicht immer alle gleich stark an einem Strang ziehen.
Allgemein gibt es die einen, die eher technisch affin sind und andere, die es in die gestalterische Richtung zieht.
Du solltest auf jeden Fall sehr viel Interesse für den Beruf und die Inhalte mitbringen. Wobei da muss ich jetzt aufpassen, weil „den Beruf“ gibts so nicht. Du bist ja danach nicht im Beruf „Onlinemedien“. Das unterscheidet das Studium ggf. von einem mehr spezialisierten Studiengang.
Es ist ein Grundstudium, dass sehr breit gefächert ist. Wenn Du vorher schon weißt, dass Du Dich für die Hälfte der Kurse und Module nicht interessierst, dann würde ich es sein lassen. Bist Du allerdings breit interessiert und unaufhaltsam an Medien interessiert, dann ist der Weg mit Onlinemedien genau der Richtige.
Eventuell spielt als Studentin auch der Ort eine wichtige Rolle. Mosbach wird gerne auch als „Nixlosbach“ bezeichnet. Während meiner Zeit (2021 war noch Corona) hat das tatsächlich auch fast gestimmt. Ich verbrachte die Zeit mit vielen Spaziergängen. Hat mir aber auch geholfen den Fokus zu wahren. Bedenke also auch den Standort, aber lass dich nicht davon abhalten. Wenn Du und der Kurs es wirklich will, dann ist da sehr viel Potenzial und auch die Nähe zu Heilbronn und Heidelberg sind super! Außerdem hat sich seit 2021–24 auch wieder einiges verändert.
Wahrscheinlich nicht so viel, wie manch anderer. Ich bin keiner, der sich zu sehr auf ein Thema festlegt. Da habe ich immer Angst etwas zu verpassen. Mein Fokus ist das E-Business und derzeit die Projektleitung. Wenn man so will ist das meine Spezialisierung. Eine akademische Spezialisierung fand nicht statt zum aktuellen Zeitpunkt.
Ja, ich wurde übernommen und arbeite als Projektleiter im E-Business. Wir konzeptionieren und erstellen Onlineshops. Dazu gehört auch die Erweiterung von diesen Shops und danach deren Vermarktung. Meine Rolle ist dabei die Vermittlung zwischen den Teams und Kontakt zu den Kunden.
Mein Praxispartner-Betrieb ist die mr. pixel KG in Neumarkt. mr-pixel.de
Vor dem Studium würde ich das Curriculum lesen, egal welchen Studiengang Du anstreben möchtest. Dann gibts auf keinen Fall mehr Überraschungen. Den ersten Schritt hast Du ja hiermit schon gemacht, indem Du Kontakt zu einem Alumnus aufnimmst.
Im Studium selbst ist mein Tipp: Immer frühzeitig anfangen, nie schleifen lassen und denken: „naja das bekomme ich zum Schluss auch noch hin“. Zeitplanung ist das A und O!
Außerdem möchte ich hier auf die Suche nach dem richtigen dualen Partner verweisen. Eine Liste derer findest Du hier. Hier verbringst Du letztendlich rund 50 % der Studienzeit. Je nachdem wie Dein Weg aussehen soll, kannst Du hier wählen zwischen erstens den Branchen (Agentur, Softwarehaus, Baubranche etc.) und zweitens der Größe des Betriebs (eher 10 Mitarbeitende oder eher 5000+). Hier ist alles dabei und du solltest das mit einbeziehen in deine Vorlieben.
Ist das so? Wer belächelt Dich denn aktuell? Du bist ja schon in der Medienbranche 😉
Ich denke aber zu wissen, was Du meinst und habe da aber auch eine klare Meinung: Wenn Dir der Beruf Spaß macht, dann lass dich davon nicht aufhalten. Ich denke, es ist das Schönste was Du machen kannst, wenn Du einer Leidenschaft nachgehen darfst. Ist das die Medienbranche? Dann tu es! Die, die da vielleicht drüber lächeln, können mit diesem, teilweise abstrakten, Umfeld nicht viel anfangen. Doch gleichzeitig ist es einer der allumfassendsten Branchen der aktuellen Zeit. Das Web, Social Media, KI, Daten, Digitalisierung, E-Business, Fotografie und so weiter sind einfach nicht wegzudenken. Keiner, auch die, die einen eventuell belächeln, können nicht mehr leugnen, dass die Technologien da sind. Und es braucht Expertinnen wie Dich, die aus der digitalen Welt auch eine brauchbare digitale Welt machen. Und aus meiner Sicht auch eine, die ethisch korrekt ist. Ehrlicherweise sind das die sozialen Medien bspw. ja eher nicht. Aber das ist ein Thema für sich 😀
Gegenfrage: Was wäre für Dich denn die Alternative? Hättest Du andere Interessen? Gegen was wägst du denn ab?
Ja! (Und nein). Natürlich würde ich immer erstmal die Meinung anderer anhören. Aber die Kernfrage ist dennoch, worauf Du Lust hast.
Wie eingangs schon gesagt, ist das eine gute Voraussetzung 🙂 Damit wirst Du es in den Modulen zur Gestaltung einfacher haben und kannst Dich dann auf die technischen Module konzentrieren.
Ein paar Sachen noch, die eventuell interessant sind.
Auch jetzt, ein Jahr nach der Überreichung meines Bachelorzeugnisses bin ich dem Studiengang verbunden. Ich durfte direkt im Januar darauf schon als Prüfer die Hochschule unterstützen. Und auch morgen bin ich schon wieder in Mosbach und darf mich nochmal für meine Bachelorarbeit auszeichnen lassen … und ich freue mich immer wieder dort sein zu dürfen.
Wenn Du ein bisschen „hören“ möchtest, womit man sich so als Onlinemedien-Mensch noch so befassen könnte, dann gibt es einen tollen Podcast. Den empfehle ich gerne, da er von einem Professor und einem Dozenten des Studiengangs gehostet wird.
Hr. Prof. Dr. Wirth ist Psychologe und Experte für Usability und Story Telling. Herr Klein ist Data Scientist. Das ist eine spannende Kombi, die man auch nur in dem Studiengang kennenlernen kann.
Zweite Nachricht
Fragen und Antworten (2)
Und andere Artikel, sagen dass sich die Branche wandelt und trotzdem sich daraus auch neue Berufe entwickeln, aber ja irgendwie weiß ich nicht welche Seite davon eher eintreffen wird, wenn du verstehst was ich meine. Mir ist es aufjedenfall schon auch irgendwo wichtig, dass mein Beruf zukunftssicher ist und dass ich kein Studium anfange was dann wegen KI umsonst war.
Das sind einige Punkte, die gängig genannt werden in der Branche. Und ganz klar, kann ich nicht in die Zukunft blicken. Wenn ich das so einschätzen darf, dann werden sicher einfache Websites künftig von den Firmen, die sie brauchen vermehrt selbst gemacht, die sonst vielleicht einen einfachen Webauftritt haben erstellen lassen. Was weiterhin gebraucht wird sind jedoch Verständnis für den Menschen und die Ermittlung der Bedürfnisse (Sowohl Kunden als auch der Kunden der Kunden) Stichwort UX. Das wird erstmal nicht von einer KI ersetzt. Der Job der Grafikdesignerin/Webentwicklerin oder ähnliches wird sich verändern. Von „ich erstelle eine Website auf Basis der Vorgaben meines Kunden“ zu „Ich berate meinen Kunden richtig, was er wirklich braucht und was seine Kunden wirklich von ihm erwarten.“ Der Beratungsanteil wird stark wachsen, der Anteil der Umsetzung wird effizienter. Ich würde die KI als neues Werkzeug betrachten, die dabei hilft, meine eigentliche Arbeit effizienter zu machen; oder mehr selbst zu erledigte, bevor ich es einer anderen Person gebe. Wobei ich bei KI hier nur von LLMs und generativer KI spreche erstmal. Die einfachen und repetitiven Arbeiten werden (teilweise) wegfallen. Gerade deshalb ist Onlinemedien auch gut gewappnet, weil es nicht auf den einen Beruf vorbereitet, sondern breiter gefächert ist. Die Medienbranche ist auf jeden Fall im Umbruch.
Wenn Du mit „der Markt“ das klassische Agenturgeschäft meinst, dann könnte das ggf. sogar stimmen. Habe keine konkreten Zahlen vor mir, für das nähere Umfeld sehe ich aber durchaus, dass es schon mal einfacher war in der Dienstleistungsbranche. Was durch die KI allerdings umso wichtiger wird, sind die Menschen, die sich mit Daten beschäftigen. Und zwar gute Daten! Sicher kennst Du auch schon die Seite für Onlinemedien, die auf die diversen weiteren Berufsfelder verweist: https://www.mosbach.dhbw.de/studium/studienangebot-bachelor/medien-onlinemedien/berufsperspektiven-einsatzgebiete/#anchor-main-content Ohne gute Daten sind auch „KI“ nicht nutzbar —> das werden einige noch früher oder später selbst bitter merken.
Deine Offenheit für die Technik hilft auf jeden Fall sehr bei dem Weg.
Mathe gibt es gar nicht. Ich brauchte in den drei Jahren nicht einmal den Taschenrechner. 🙂
Dann wirst Du mit Data Science auf jeden Fall auch noch Spaß haben 🙂
Weitere Tipps
Neben mir gibt es noch weitere Möglichkeiten, mit der Hochschule in Kontakt zu treten. Das schöne ist auch, dass die DHBW sehr nahbar ist.
1. die allgemeine Studienberatung: https://www.mosbach.dhbw.de/studium/studienangebot-bachelor/medien-onlinemedien/onlinemedien-studienberatung/#anchor-main-content
2. Von mir präferierter Weg: Direkter Kontakt zur Studiengangsleitung. (Richte gerne schöne Grüße von mir aus): https://www.mosbach.dhbw.de/studium/studienangebot-bachelor/medien-onlinemedien/ansprechpersonen/#anchor-main-content
Kontakt
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